Taktile Wahrnehmung fördern – Wie Spielzeug den Tastsinn trainieren kann

Der Fachbegriff taktile Wahrnehmung bezeichnet den Tastsinn, der jedem Menschen angeboren ist. Unsere Haut, die bis zwei Quadratmeter umfassen kann, beinhaltet unendlich viele Sinneszellen.

Mithilfe dieser Sinneszellen nimmt jeder Mensch die Berührung unterschiedlicher Materialien wahr. In diesen Zusammenhang gehören auch folgende Empfindungen:

  • Druck- und Schmerzempfinden
  • Vibrationen
  • Hitze und Kälte

Die taktile Wahrnehmung gilt als wichtigstes Wahrnehmungsorgan und ist schon ab der zweiten Schwangerschaftswoche nachweisbar.

 

Rezeptoren – unsere kleinen Helfer

baby haende taktile wahrnehmung
Taktile Wahrnehmung schult sich bereits ab den ersten Lebensjahren.

Wie könnten Kinder ihre Umwelt erfahren ohne die Sinneswahrnehmungen, welche sich vom Kopf bis zu den Füßen hin entwickeln? Bekanntlich lernen Babys ihre Umwelt in erster Linie über den Kontakt zum Mund kennen. Dies hat seinen Grund darin, dass die unter der Haut sitzenden Rezeptoren besonders zahlreich unter der Schleimhaut, vor allem unter der Zunge, zu finden sind.

Dank der Rezeptoren erkennt ein Baby Form, Größe und Material eines Gegenstandes. Später erfahren Menschen diese Merkmale noch detaillierter, besonders über Rezeptoren an den Händen und Füßen.

 

Auf den Punkt gebracht!

Die taktile Wahrnehmung ist ein Hilfsmittel des Menschen, um seine Umgebung erfassen zu können. Wichtig dabei: Sie setzt schon vor der Geburt ein und prägt über das gesamte Leben die Wahrnehmung, wie wir die Welt erleben.

Warum die Haut ein Wunderwerk ist… | W wie Wissen | DAS ERSTE [youtube=Video vom ARD Youtube-Channel.]

Warum ist taktile Wahrnehmung wichtig?

Taktile Wahrnehmung bezieht sich folglich auf zweierlei: Zum einen lernt der Mensch, Dinge zu erfahren, indem er sie berührt. Zum anderen ist die Erfahrung, von Mutter und Vater, Großeltern und Geschwistern liebevoll berührt zu werden ebenso wichtig, um sich selbst erfahren zu können und angenommen zu fühlen.

Alle Menschen kennen das Gefühl, bestimmte Dinge ungern berühren zu wollen. Eine Oberfläche fühlt sich beispielsweise rau an und lässt einem Schauer über den Rücken jagen. Umgekehrt gibt es Oberflächen wie geschliffenes Holz, dehnbare Knete oder ein Samtstoff, die Wohlgefühle verursachen, allein durch die Berührung.

Auch kühles oder warmes Wasser vermittelt über den Tastsinn ein Empfinden, das mit Wärme und Kälte gekoppelt und meist positiv besetzt ist. Fasst ein Mensch dagegen auf eine heiße Herdplatte, wird die taktile Wahrnehmung eine negative sein.

Taktile Wahrnehmung kann zu viel oder zu wenig ausgeprägt sein. Wichtig ist zu erkennen, dass zwischen taktiler Wahrnehmung und Feinmotorik ein Zusammenhang besteht. Ohne Feinmotorik könnten wir Dinge nicht fassen, kein Instrument spielen, schreiben, ein Buch aufschlagen oder den Computer bedienen. Daher ist es wichtig, Tastsinn und somit Feinmotorik frühzeitig zu trainieren.




Wie lässt sich Tastsinn gezielt fördern?

Indem man Kindern früh verschiedene Materialien anbietet, wird die taktile Wahrnehmung gezielt gefördert. Holzlöffel, große und kleine Gegenstände, eine Bürste oder Kinetischer Sand: Alles regt die Sensoren unter der Haut an und hilft, Unterschiede und Grenzen zu erkennen.
 

Beispiel: Kinetic Sand ®**

Jedes Kind spielt gerne draußen in der Sandkiste. Doch was tun, wenn das Wetter schlecht ist oder die Sandkiste nicht vor der Wohnungstüre liegt? Kinetic Sand ®** ist ein Material mit einer Textur wie Teig. Es lässt sich durch Drücken in eine beliebige Stellung bringen, fühlt sich feucht an, ist aber in Wirklichkeit nicht klebrig. Daher eignet sich Kinetic Sand ®** perfekt für drinnen.

Letzte Aktualisierung am 24.03.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Mit Kinetic Sand ®** wird der Tastsinn auf positive Art und Weise angeregt. Weil man mit Kinetic Sand ®** ebenso eine Burg bauen wie einen Kuchen formen kann, wird er auch als Zaubersand tituliert.

Er lässt sich beliebig formen, kann geschnitten werden und eignet sich für bestimmte Übungen mit Fingern oder Füßen. Gesundheitlich ist der Kinetische Sand vollkommen unbedenklich. Denn er besteht aus ungiftigem, patentiertem Bindemittel zu zwei Prozent und zu 98 Prozent aus echtem Sand.

 

Intelligente Knete: spielerisch taktile Wahrnehmung erleben

Intelligente Knete hat faszinierende Eigenschaften: Sie lässt sich werfen und reagiert wie ein Flummiball. Sie lässt sich zerreißen und erinnert damit an Papier. Intelligente Knete kann man aber auch endlos auseinanderziehen.

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Oder umgekehrt: Intelligente Knete hat von sich aus die Eigenschaft, sehr langsam zu zerfließen, wenn man sie nicht berührt, sondern einfach liegenlässt. Die patentierte Knete ist ungiftig, geruchsfrei und angenehm von der Haptik her. Damit bedient sie die taktile Wahrnehmung. Unabhängig davon, ob mit Intelligenter Knete etwas geformt, geschnitten oder geworfen wird.

 

Zusammenfassung

Taktile Wahrnehmung begleitet den Menschen durch sein ganzes Leben. Lernt das Baby seine Umgebung zunächst durch Ablutschen von Gegenständen kennen, wird das größere Kind später mit Holzspielzeug, beim Abwischen vom Tisch oder beim Haare-Kämmen ganz unterschiedliche Erfahrungen machen.

Kinder können und Kinder sollten gezielt und sinnvoll in ihrer taktilen Wahrnehmung gefördert werden. Je mehr Materialien Eltern ihren Kindern anbieten, desto vielfältiger und umfassender werden die Rezeptoren unter der Haut angeregt.

Materialien wie Kinetischer Sand oder Intelligente Knete bieten ihrerseits verschiedene Möglichkeiten der Erfahrung. Das bedeutet: Dasselbe Material kann vom Kind in unterschiedlicher Form erfahren werden. Die daraus resultierende Spielfreude weckt die Neugier von Kindern und motiviert.

Kinder werden so zu kleinen Forschern, die spielerisch, kreativ und selbstwirksam ihre Umwelt kennenlernen. Diese positive Form des Lernens sollte man immer unterstützen.